HintergrundBegründung zur geplanten Studienreise der ETG-China-Exkursion 2006Durch die fortschreitende Globalisierung werden Ingenieure neben ihrer fachlichen Qualifikation immer mehr kulturell und gesellschaftlich gefordert. Diese Eigenschaften können durch Erfahrungen neben dem Studium gewonnen werden, um die zukünftigen Absolventen auf die Anforderungen vorzubereiten. Der asiatische Wirtschaftsraum und ganz speziell China birgt großes Potential für zukünftige wirtschaftliche Tätigkeiten für die westliche Industrie. Um Dieses nutzen zu können, müssen die beteiligten Personen solcher Unternehmungen interkulturelle und soziale Erfahrungen aufweisen können, was insbesondere zu den Kernkompetenzen zukünftiger Ingenieure gehört. Die ETG „Kurzschluss“ e.V. an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) ist ein von Studenten der Ingenieurwissenschaften getragener Verein, der zahlreiche Seminare, Fortbildungen und Firmenbesuche in der Region Erlangen-Nürnberg und im gesamten europäischen Raum durchführt. In den letzten zehn Jahren wurde die Exkursion nach China erfolgreich – unterstützt durch die Universität Erlangen-Nürnberg und der ortsansässigen Industrie – von ausgewählten Studenten organisiert und durchgeführt. Durch die Exkursion wurden sehr viele Kontakte zwischen den Universitäten gepflegt und auch neue Kontakte geknüpft. Die Exkursion im Jahr 2006 setzt es sich in der Fortführung dieser Beziehungen zum Ziel, den Studenten einen Einblick in die Ausbildung chinesischer Ingenieure zu ermöglichen und Erkenntnisse zu Arbeitsabläufen und -bedingungen der chinesischen Elektro- und Metallindustrie zu bekommen. Neben Kontakten zu Partneruniversitäten sollen dabei die vielfältigen Unternehmen und anderen in China ansässigen Organisationen, die an deutsch-chinesischen Forschungs- und Industriekooperationen beteiligt sind, gepflegt und weiter ausgebaut werden. In diesem Jahr wird die Exkursion der ETG bereits zum zehnten Mal durchgeführt.Konzept der Studienreise Die China-Exkursion 2006 baut auf drei Hauptpunkten auf. Zum einen sollen Einblicke in chinesische Industrieunternehmen und deutsch-chinesische Joint Ventures gewonnen werden. Ebenso soll Kontakt zu chinesischen Universitäten und Studenten hergestellt und der Austausch ermöglicht werden. Letztlich vervollständigt ein detailliertes Kulturprogramm die Erkenntnisse der Studienreise. Hinsichtlich unterschiedlicher ingenieurwissenschaftlicher und wirtschaftlicher Aspekte sollen Einsichten in die unterschiedlichen Industrieaktivitäten erworben werden. Thematisch können dabei vier Themenblöcke „Hochtechnologie“, „Verkehr und Automobil“, „Regel- und Steuerungstechnik“ und „Deutsch-Chinesischer Transfer“ gebildet werden. Der direkte Kontakt zu chinesischen Studenten ist sehr wertvoll, weshalb bei Universitätsbesuchen hierauf großer Wert gelegt wird. Die angefügte Programmbeschreibung beruht auf den bereits per Email hergestellten Kontakten und den zahlreichen Erfahrungen und Aktivitäten der letzten Studienreisen. Vorbereitung der Exkursion Die Vorbereitung der Studienreise nach China hat im Juni 2005 begonnen. Innerhalb der Gruppe wurden Städte-Teams gebildet, die sich mit der Vorauswahl einzelner chinesischer Städte beschäftigt haben. Im Anschluss daran wurden Diese dann der gesamten Gruppe präsentiert, um eine Abstimmung der Route zu ermöglichen. Um eine geeignete Route zu erstellen, wurden Hinweise von früheren China-Gruppen berücksichtigt und ein Reisebüro bezüglich der Wahl möglicher Verbindungen zu Rate gezogen. Besonders hat man dabei das Interesse der Gruppe in das Gesamtziel der Exkursion einfließen lassen. Daraufhin wurde mit der detaillierten Planung begonnen und neue Teams für die ausgewählten Städte gebildet. Diese haben im darauf folgenden Monat Kontakte zu Firmen und Universitäten in China aufgenommen, um Termine für Treffen und Besichtigungen im März 2006 festzulegen. Spezielle Posten, wie Web-Administration, Kassenwart und Schriftführer wurden vergeben und festgelegt, die parallel zu den Städte-Teams ihre Funktionen ausüben. Für den Kontakt zum Reisebüro und der Koordinierung der internen Kommunikation sind der Auslandsreferent der ETG und der akademische Begleiter zuständig. Zur Vorbereitung und Ausarbeitung der Studienreise haben bis zum aktuellen Zeitpunkt 6 Treffen stattgefunden. In der folgenden Planungsphase werden für die einzelnen Punkte des Programms genauere Recherchen durchgeführt und detaillierte Tagesplanungen erstellt. Ein Wochenendseminar ist im Zeitraum November/ Dezember 2005 angesetzt, das die Zugehörigkeit jedes Einzelnen zu der Gruppe stärken und sich mit dem Thema der Spendenakquisition beschäftigen soll. Die Initiative für die Studienreise nach China geht von der ETG aus, während die Planung und Organisation der Reise gänzlich den teilnehmenden Studenten obliegt. Alle Entscheidungen werden von der Gruppe getroffen, die nach eigenen Vorstellungen den Reiseablauf festgelegt hat. Für die Umsetzung einzelner Aufgaben ist jedes Team verantwortlich und es ist wichtig, dass die Studenten untereinander im Team kooperieren. Für die Ingenieursausbildung ist dies ein wichtiger Faktor, da bei der Vorbereitung und Durchführung dieser Exkursion die soziale Kompetenz der Studenten gefördert wird. Durch den hohen Zeitaufwand, den die Studenten in die Vorbereitung der Studienreise investieren, existiert eine sehr ausgeprägte Identifikation jedes Einzelnen mit dem gesamten Verlauf der Exkursion. Besonders werden die organisatorischen Abläufe, Strukturen und Probleme eines solchen Projektes für jeden Studenten deutlich, so dass Diese auch in ihrem späteren Arbeitsleben von dieser Erfahrung profitieren können. Insbesondere läuft die Organisation und Ausführung der Studienreise auf einem sehr hohen Niveau, was nach außen besonders durch die Internetseite www.china-2006.de erkennbar ist. Diese dient in erster Linie der internen Kommunikation, um eine einheitliche Plattform für den Austausch von Informationen und Dateien untereinander zu haben. Projektmanagementmethoden wurden im elektronischen System verwendet, über das auch die bisherige Termin- und Reiseplanung koordiniert wurde. Aufbau und Pflege der Universitätspartnerschaften Der Partnerschaftsvertrag zwischen der FAU Erlangen-Nürnberg und der Shandong Universität wurde bereits im Jahr 1997 geschlossen. Diese Partnerschaft soll durch die Exkursion gefestigt und somit der Austausch auf fachlicher Ebene ermöglicht werden. Besonderen Wert wird hier auf den persönlichen Austausch mit chinesischen Studenten gelegt. Die Beziehungen zu chinesischen Universitäten wurden in den letzten Jahren weiter ausgebaut, unter anderem zur Tongji-Universität in Shanghai, mit der die technische Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg zurzeit die Möglichkeiten fundierter Kooperationen durch Studentenaustausche im Rahmen von Studien- und Diplomarbeiten anstrebt. An dem chinesisch-deutschen Hochschulkolleg der Tongji-Universität halten einige Professoren aus Deutschland Vorlesungen, insbesondere auch Prof. Weigel (Lehrstuhl für Technische Elektronik an der FAU Erlangen-Nürnberg). Die geplanten Besuche der Universitäten Tsinghua in Peking sowie Jiaotong in Xian basieren auf den bereits bestehenden Verbindungen vorhergehender Exkursionen und sollen durch den folgenden Besuch intensiviert werden. Die gewonnenen Einblicke der Studenten in Studienbedingungen, Lerninhalte, Laborausstattung und Bibliotheken, sowie Forschungsbedingungen und Strukturen sind eine wertvolle Grundlage für die Vertiefung des Austausches der Universitäten. Fachliche Einblicke Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Deutschland und China sollen von den Studenten durch die Exkursion erfahren werden, indem die verschiedenen Aspekte der Ingenieursausbildung und des -einsatzes in Universitäten und Firmen beleuchtet werden. Es wird bei der Studienreise einige Gelegenheiten geben, um sich ein Bild über die Entwicklungsabläufe, Produktion, Forschung und Lehre zu machen. Durch den Besuch verschiedener Unternehmen sollen Einblicke in deren Erfahrungen auf dem chinesischen Markt gewonnen werden. Bedeutsam sind hierbei deutsch-chinesische Joint Ventures, bei denen Gelegenheit zur Diskussion mit chinesischen Ingenieuren und deutschen Industrievertretern besteht. Neben interkulturellen Fragestellungen sind dabei auch konkrete technische Schwierigkeiten bei der Umsetzung von deutsch-chinesischen Entwicklungskooperationen von Interesse. Einen Hauptbestandteil der Exkursion bilden die Besuche des Siemens Management-Institute und ABB in Peking, Linuo Paradigma und Wabco in Jinan und Infineon Technologies in Xian. In Shanghai wird Siemens Shanghai Mobile Communications und Volkswagen besichtigt, ebenso sind Besuche bei Unternehmen der Automobilindustrie wie Sachs und Audi geplant. Interkulturelle Erfahrungen Durch den Kontakt zu den in China lebenden Menschen soll von den Studenten die unterschiedliche Kultur erfahren werden. Bei der Studienreise wird besonders Wert darauf gelegt, an den besuchten Universitäten chinesische Studenten kennen zu lernen und Erfahrungen untereinander auszutauschen. Hierdurch soll ein tieferes Verständnis für die jeweils andere Kultur geschaffen werden. Besonders interessieren die Studenten das chinesische Alltagsleben und die Umgangsformen der chinesischen Bevölkerung. Durch die gewonnen Eindrücke eröffnet sich eine veränderte Sicht auf die eigene Kultur. Diese Erkenntnisse sind wichtig für Kooperationen auf wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene mit China, die für die zukünftigen Ingenieure im späteren Berufleben einen wichtigen Punkt darstellen. Das wirtschaftliche und politische System Chinas wird oft sehr kontrovers diskutiert. Die Studenten sollen sich durch die vielen betrachteten Aspekte der Exkursion ein eigenes Bild von der Kultur und ihren Auswirkungen auf Politik und Wirtschaft machen können. Hierzu sollen die Studenten einen umfassenden Einblick in die chinesische Arbeitswelt erhalten, wobei bei deutsch-chinesischen Joint Ventures insbesondere auch die Erfahrungen deutscher Manager in China von Interesse sind, die weitere Aufschlüsse zu den Besonderheiten der chinesischen Kultur geben können. In einem Land wie China mit langer historischer Vergangenheit ist ein tieferes Verständnis der Kultur nur mit Kenntnis des kulturgeschichtlichen Hintergrundes möglich. Durch die Besuche historischer chinesischer Kulturstätten sollen sich die Studenten ein eigenes Bild von den markanten Punkten der chinesischen Geschichte machen können, die noch heute Ausgangspunkte des alltäglichen Lebens in China darstellen. Die Auseinandersetzung mit zeitgeschichtlichen Fragen stellt einen der Hauptpunkte der Studienreise nach China dar. Das Kulturprogramm sieht insbesondere den Besuch der großen Mauer bei Jinshanling und der Terrakottaarmee in Xian vor. Die Studienreise soll nicht zuletzt das Interesse der teilnehmenden Studenten an anderen Ländern und Kulturen wecken und Anreiz zur Begegnung und zum Austausch mit fremden Kulturen geben. |